#26 - Der Spagat zwischen Trauer und Hochzeit (Q&A)

Shownotes

Erste Q&A-Folge: Trauer und Hochzeit an einem Tag, wie geht das?

Eine von euch hat gefragt, wie ich den Spagat zwischen den beiden Welten schaffe. Und ob ich hadere, wenn ich eine Trauerfeier absagen muss, weil ich schon gebucht bin.

Hier ist meine ehrliche Antwort. Über das Umschalten, über Grenzen, über das schlechte Gewissen beim Neinsagen.

Du hast auch eine Frage, über die wir im Podcast sprechen sollen? Schick sie mir per Insta oder Mail an hellohello@manuelamatthaei.de

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00:00:02: Wie schaffst du eigentlich diesen Spagat zwischen Trauung und Trauer?

00:00:06: Das ist die Frage für die erste Q&A-Folge von Traumtrauer Tachelis.

00:00:11: Und es wird wieder intensiv mit den Fuffeiters, mit Heulkrämpfen und großen Erkenntnissen, die diesen Weg leichter machen!

00:00:20: In diesem Sinne bei dir – let's go!

00:00:36: als mit dem Stromschwimmen.

00:00:42: Hallo, hello my dear!

00:00:45: Das immer wieder vielleicht ein bisschen verspätet denn das hier ist ganz offiziell die zweite Folge... Die zweite Folge Traumklarer Tachelis für Mai-Zonzi-Sechtenzwanzig.

00:00:58: ich nehme sie auf am zweiten Juni.

00:01:00: Finde den Fehler?

00:01:02: Ja also ich habe tatsächlich mir vorgenommen dass ich zwei Podcastfolgen pro Monat rausbringe Aber dann war irgendwie der Mai vorbei.

00:01:10: So, deswegen bin ich ein bisschen verspätet dran aber ich habe mir vorgenommen dafür im Juni drei auf den Weg zu bringen.

00:01:18: Wir gucken dann im Juli nochmal ob das geklappt hat.

00:01:22: Aber diese Folge heute die ist tatsächlich auch was ganz besonderes denn es ist die erste Q&A-Folge.

00:01:29: Da freue ich mich wirklich riesig drauf Denn eine von euch hat mir eine Frage geschickt explizit für den Podcast und die ist so gut, dass sie tatsächlich diese Folge verdient hat.

00:01:43: Ich verrat dir gleich ganz genau was sie gefragt hat!

00:01:48: Es geht tatsächlich um den Spagat zwischen Trauer- und Hochzeit und es geht uns hardern wenn wir nein sagen müssen.

00:01:56: also reden wir mal wieder Tacheles miteinander.

00:02:00: Tatsächlich passt zu diesem Thema wundervoll der Gemükszustand der Woche in einem Geräusch.

00:02:11: Was die Fuff-Fighters und eine Ampel mit diesem Thema zu tun haben, das verrate ich dir dann nachher.

00:02:18: Aber erst mal möchte ich dir die Frage meiner Zuhörerinnen im Wortlaut einmal auf die Ohren geben damit du weißt was sie genau umgetrieben hat.

00:02:29: also sie hat mir eine Sprachnachricht geschickt mit folgenden Worten Mich wird wahnsinnig interessieren, wie du den Spagat im Alltag zwischen Trauer und Hochzeit schaffst.

00:02:40: Und ich würde auch interessieren ob du manchmal haderst wenn du eine neue Anfrage für eine Trauerfeier bekommst, du aber schon für eine Hochzeit gebucht bist und das einfach organisatorisch nicht annehmen kannst.

00:02:52: Damit hadere ich nämlich immer öfter gerade in den Sommermonaten Vor allem dann, wenn ich persönlich angefragt werde und die bestattert die Friedhöfe, die Friedhofserwaltungen bei uns in der Region.

00:03:02: Die sind ja alles andere als flexibel.

00:03:04: Manchmal hadere ich damit und versuche es dann irgendwie möglich zu machen und kämpfe so mit einem leichten schlechten Gewissen weil ich dann keine Zeit habe und schon gebucht bin.

00:03:16: Danke liebe Tenny für diese Frage!

00:03:20: Die trifft ganz viel Kern und die kennen wir wahrscheinlich alle Und ich habe sofort bei der Frage, wie ich den Spagat zwischen Trauer und Hochzeitschafe an einen ganz bestimmten Tag gedacht.

00:03:34: Der die Foto setzt mit mir im Auto – forty-fünf Minuten Fahrtweg zur Hochzeitlokation!

00:03:40: Und vierzig davon sitze ich hinter dem Steuer und heule Rotz und Wasser.

00:03:46: Ja, jetzt ist es die Wahrheit.

00:03:49: Warum?

00:03:50: Weil ich instant vom Friedhof ins Auto auf den Weg zur Hochzeit musste, ich aber gerade eine siebenundzwanzigjährige nach einem Bahnsuizid beerdigt habe.

00:04:03: Die hatte einfach ihr Leben lang schwere Depressionen mit denen sie gekämpft hat und es war eine unglaublich bewegende Trauerfeier die auch bei mir ganz viel angeknipst hat.

00:04:17: Ja super!

00:04:18: Aber mein Zeitplan war halt so dass ich keine Zeiten hatte.

00:04:22: Ich musste ins Auto, ich musste direkt weiter und ich musste zur Hochzeit.

00:04:25: Und dann komme ich da an, steig aus weiße Stühle, Sektempfang alles schon ready für die freie Traum.

00:04:34: Und ich hatte mich so fünf Minuten vom Ankommen selber einmal verbal in den Hintern getreten.

00:04:39: So nach dem Motto Mann, Reiß dich zusammen!

00:04:42: Du musst jetzt hier und du bist jetzt gelb bei der Hochzeit und dann steige ich aus Und die erste Person, die mir entgegenkommt ist die Trauzeugin.

00:04:50: Die komplett verzweifelt es.

00:04:51: warum?

00:04:52: Weil das Ringkissen irgendwie nicht so schön geworden ist wie sie's eigentlich haben wollten und ich denke mir in dem Moment nur WHAT THE ACTUALTH?

00:05:04: Ist mir total wumpi!

00:05:06: Ich habe gerade eine Siebenundzwanzigjährige beerdigt, die keinen anderen Ausweg gesehen hat als vor einen Zug zu gehen.

00:05:14: Ich habe diese Traum gerockt und auf dem Heimweg spätestens ist mir klar geworden, so geht es nicht mehr.

00:05:20: So darf das nicht mehr sein!

00:05:22: So kann ich das nicht

00:05:23: machen.".

00:05:24: Deswegen... Diese Frage dieser Struggle von Jenny ist tatsächlich real Und sie hat zwei Teile.

00:05:33: diese Frage Die erste Frage ist wie schaffst du diesen Spagat überhaupt?

00:05:37: Und die zweite ist Wie gehst Du damit um wenn du absagen musst Wenn du keine Zeit hast?

00:05:43: Deswegen lass uns genau da jetzt reingehen.

00:05:48: Okay, der Spagat zwischen Hochzeit und Trauer.

00:05:53: Tatsächlich ist es so dass der Spaghat im Sommer ja am deutlichsten sichtbar ist.

00:05:57: Klar haben wir beide Welten, da haben wir Hochzeiten und wir haben Trauerfeiern und es passiert eben manchmal das es am gleichen Tag wäre.

00:06:06: aber ganz ehrlich eigentlich ist dieser Spaghet das ganze Jahr über Realität Weil in der Hochsaison Trauerfeiern, also im Winter.

00:06:17: dafür führen wir dann ja unsere Traugespräche für den Sommer.

00:06:20: Also das heißt wie sind da schon so tief in beiden Welten und müssen auch da schon springen?

00:06:27: Das heisst wenn wir uns aktiv dazu entscheiden beide Welten zu bedienen, also Trauung und Trauer Dann ist es nicht einfach nur ich mache halt beides.

00:06:38: Das ist schon auch eine Verantwortung, die wir uns selber irgendwie gegenüber haben.

00:06:43: Wir dürfen – nie eigentlich müssen wir für uns klären!

00:06:48: Wie viel Grenze brauche ich zwischen diesen beiden Welten?

00:06:52: Und zwar nicht nur zeitlich sondern auch emotional und kapazitätsmäßig.

00:06:57: Und das checkt ihr halt niemand ab.

00:06:59: Das ist dein Job.

00:07:01: Ganz ganz ehrlich mit dir selber zu sein und für dich klarzukriegen was brauchst du damit beides gut machen kannst.

00:07:10: Und das bringt mich jetzt zu der Ampel- und Info Fighters.

00:07:14: tatsächlich, weil natürlich dieser Switch auch mit Ritualen funktionieren kann!

00:07:21: Auch da korrigier' ich wenn du es anders siehst... Ich für meinen Teil finde den Switch von Trauer zur Hochzeit deutlich schwieriger als von Hochzeit zu Trauer.

00:07:34: Wenn ich jetzt von einer Trauersituation zu einer Hochzeit gehe, dann bin ich im Endeffekt von einer ganz tiefen emotionalen Beteiligung im Zweifelsfall auf dem Wegen so Freude und Sektlaune.

00:07:50: Und alles ist schön!

00:07:53: Mein Ritual dafür ist tatsächlich das Auto.

00:07:56: Also ich brauche für den Switch eigentlich das Auto und meine Playlist Weil bei mir ist es dann so dass ich richtig laut, richtig harte Musik hör Rock-Antenne oder eben meine Playlist und dann ist da einfach ganz viel Party in meinem Auto.

00:08:15: Da wird mitgebrüllt, mitgegrült und gesungen und man macht heute auch dazwischen drin wenn es mich sehr bewegt hat.

00:08:22: Das ist so mein kleiner geschützter Raum!

00:08:24: Ganz für mich.

00:08:25: Da gebe ich mir alles auf die Ohren was mir gerade gut tut.

00:08:29: und dann kann's halt einfach auch gut passieren dass du neben mir an die Ampel fährst Und rüber schaust in mein Trauerauto und mich dann aus vollen Leibeskräften, Wheels oder was auch immer von den Fuffalters mit Brüllen hörst.

00:08:47: Oder Wohlbeet durch meinen Auto rumwummert!

00:08:52: Das ist halt mein Weg.

00:08:54: Deiner kann komplett anders sein aber für mich ist es wirklich so ich brauche dieses Musikthema im Auto und wenn ich dann aussteige... Dann bin ich im Normalfall einfach schon gesettelt.

00:09:07: Das ist mein Weg!

00:09:08: Du, bitte such dir deinen eigenen.

00:09:12: Und dann ist da ja schon auch noch die Tatsache dass wir nicht so tun können als hätten diese zwei Welten eigentlich gar nichts miteinander zu tun.

00:09:22: Überleg mal... Wir erzählen ja in Trauerfällen ständig Liebesgeschichten zum Beispiel, von Paaren die sich gefunden haben.

00:09:30: Die Jahrzehnte miteinander durchs Leben gegangen sind, durch alles, durch alle Höhen und alle Tiefen.

00:09:35: also das was die Vision der Hochzeitspaare bei den freien Trauungen ist?

00:09:40: Haben wir oft genug genauso als Rückblick und Erfahrung bei den Trauerfällen Und auch in der Trauung haben wir unsere Gedenkmomente den leeren Stuhl, die Kerze.

00:09:53: Die Menschen, die eigentlich dabei sein sollten aber es nicht mehr sind.

00:09:57: also diese Welten berühren sich.

00:09:58: Die haben schon auch Kontaktpunkte und auch für mich haben sie immer mehr Kontaktpunktes weil es tatsächlich in der letzten Zeit sehr viel öfter passiert dass mich Gäste auf einer Hochzeit ansprechen.

00:10:13: ich habe dich doch schon gehört bei der Zauberfeier von Und dann wollen die halt einen Austausch gehen über dieses Zaubefeier.

00:10:20: Das passiert noch mal vor der Trauung, meistens noch eher danach.

00:10:24: Und es ist für mich dies so ganz einfach muss ich gestehen weil ich natürlich da gerade in einem ganz anderen Modus bin.

00:10:29: also ich bin da grad in meinem Trauretnerinnenmodus und die brauchen mich dann grade eigentlich im Trauer-Modus und der Switch ist nicht immer so ganz einfach.

00:10:41: Ich lasse das dann zu soweit's für mich passt aber ich ziehe auch eine Grenze weil manchmal wollen sie dann schon sehr, sehr tief nochmal einsteigen und dann versuche ich mich da auch rauszuziehen weil ich auch mich und meine Energien bisschen schützen darf in dem Moment.

00:10:58: Und nicht einfach immer noch – auch wenn die Traum schon vorbei ist– noch die Trauriednerin bin!

00:11:04: In den Moment.

00:11:06: Jetzt kommt noch ein Aspekt zu diesem Spagat zwischen Trauung und Trauer der mir tatsächlich erst vor kurzem so richtig bewusst geworden Ja, man kann das so sagen.

00:11:18: Doch auch eine ganze Weile gehadert und gekämpft habe weil ich mir gedacht hab, naja, das darf ja irgendwie nicht sein!

00:11:29: Dieser Punkt und diese Erkenntnis ist du darfst einen Schwerpunkt haben für dich innerlich und du darfste ihn immer wieder auch ändern.

00:11:38: Bei mir war das ganz, ganz lang super klar.

00:11:41: Für mich waren jahrelang die Hochzeiten der Schwerpunkt damit, habe ich angefangen damit.

00:11:46: Bin ich gewachsen?

00:11:46: Damit bin ich im Endeffekt auch in die komplette Selbstständigkeit gegangen!

00:11:51: Ich war dann ab einem gewissen Punkt Hochzeitsrednerin, die jetzt auch Trauerfeiern anbietet.

00:11:58: So hab' ich mich gefühlt – ganz ganz lange und so waren auch die knallharten Datenfakten und Zahlen in meinem Business hat sich in den letzten Jahren einfach verschoben.

00:12:10: Heute bin ich Trauridnerin und

00:12:13: Hochzeitsriednerin.".

00:12:15: Und das ist ziemlich gleichberechtigt, und ich merke tatsächlich sogar dass die Hochzeiten in der Relevanz zurückrücken.

00:12:24: für mich in meiner Perspektive, denn da auch wie vor mit leidenschaft- und völliger Begeisterung Trauriednerin aber durch die Frequenz durch die Schlagzahl, durch den Erfolg, den ich als Trauerrednerin habe ist einfach so das eigene Selbstverständnis ein anderes geworden.

00:12:43: Und ich habe mich jetzt auch bewusste für entschieden nicht mehr so viele Hochzeiten zu machen, nicht mehr solche Hochzeite anzunehmen und mir da eine sehr viel ... wie soll ich sagen?

00:12:54: Eine sehr viel gnädigere Obergrenze zu setzen!

00:12:59: Warum?

00:13:00: weil ich eben gemerkt habe, dass dieser Spagat zwischen Trauer und Trauung aber ja nicht nur das sondern zwischen Trauertrauen und meinem Mentoring mir einfach zu viel geworden ist.

00:13:13: Weil ich besser auf meine eigenen Kapazitäten schauen möchte – auf meine Energie, auf meinen Kalender!

00:13:19: Und es ergibt sich auch ganz natürlich so diesen inneren eigenen Schwerpunkt und was einem grad irgendwie näher ist und gefühlt relevanter is'.

00:13:30: Logisch, im Winter fühlen wir uns wahrscheinlich mehr als Trauerriednerinnen.

00:13:33: Im Sommer mir als Trauriednerinnen, weil das einfach schon die Arbeit mitbringt!

00:13:41: Im Sommer sind tendenziell weniger Trauerfeiern.

00:13:44: Im Winter sind weniger Hochzeiten und entsprechend ist auch so unsere, ja ich will nicht sagen Identität aber unsere Rolle eine andere.

00:13:54: Das heißt für dich du darfst das einfach umarmen auf dich hören, wo deine innere Priorität gerade liegt und was dein Schwerpunkt ist.

00:14:05: Und wie du dich vielleicht auch fühlst!

00:14:09: Und sei cool damit wenn sich das verschiebt – es nicht ganz einfach, ich mache eine Auserfahrung aber es gibt einem wahnsinnig viel mehr Freiheit und Klarheit auch im Kopf, wenn wir uns genau das erlauben.

00:14:25: Und damit kommen ja auch schon zum zweiten Teil von Jennys Frage, das hardern wenn wir Trauerfeiern absagen müssen.

00:14:36: Ich muss bei dem Thema immer an eine Kollegin denken mit der ich am Anfang meiner Laufbahn im Austausch

00:14:44: war.".

00:14:45: Die hat mir – ich glaube in unserem allerersten Gespräch gesagt – sie nimmt alles an!

00:14:51: Jeden Trauerfall weil sie sich sicher war, wenn Sie bei Ihren Bestottern öfter als zwei oder dreimal sagt Hey, ich hab da keine Zeit.

00:15:01: Ich bin da schon

00:15:02: gebucht.".

00:15:03: Dann melden die sich nie wieder!

00:15:05: Also hat sie sich alles in den Kalender gepackt was irregent wie gegangen ist und dann ist ein halbes Jahr später sehenden August beinahe in einen Burnout gelaufen.

00:15:17: Und diesen Knoten im Kopf habe ich zum Glück Gott sei Dank nie entstehen lassen.

00:15:24: aber ich weiß dass es den gibt und das wir den lösen müssen.

00:15:28: Denn schau mal Es geht ja nie nur darum, ob der Termin der Trauerfeier mit irgendwas anderem kollidiert.

00:15:36: Es geht ums Gespräch!

00:15:38: Es geht auch um die Zeit, die Rede zu schreiben – es geht um die Kapazität, die wir für uns brauchen, um diesen Fall vernünftig begleiten zu können.

00:15:45: Und wir tendieren schon relativ leicht dahin, dass wir denken, wir müssten allen helfen.

00:15:54: Wir müssten für alle da

00:15:55: sein.".

00:15:56: Ich nenne das mal Mutter-Theresa-Komplex….

00:15:59: lasst es aber jetzt so stehen... Natürlich ist da auch dieses richtig, richtig gute Gefühl gefragt zu sein.

00:16:07: Gebucht zu werden, präsent zu sein, seine Zahlen irgendwie auch im Blick zu haben.

00:16:13: Aber jetzt möchte ich einmal ein bisschen Real Talk zum Thema schlechtes Gewissen gegenüber den Bestoptern raushauen.

00:16:20: Ich weiß dass das bei Jenny vor allen Dingen das Thema war was es denn denn die Leute mich persönlich anfragen.

00:16:25: aber das ist schon auch das Kolidiert so'n bisschen damit Schlechtes Gewissen gegenüber den Bestattern, weil man sagt sorry ich bin da schon gebucht.

00:16:33: Ich habe da keine Zeit!

00:16:36: Ich habe erkannt dass es eigentlich genau andersrum ist.

00:16:41: also natürlich jetzt nicht wenn wir sagen ach ja wir wollen ein bisschen zu unserem Job Trauerrigen machen und haben aber eigentlich nur Mittwochs ab zwei und dann Freitagszeit.

00:16:52: das ist natürlich was es kein Bestattungshaus mitmacht flexibel bin, verfügbar bin und einfach die anrufen.

00:16:59: Und ich sagen muss sorry!

00:17:00: Ich habe da schon eine Trauerfeier im

00:17:02: Kalender.".

00:17:03: Dann bedeutet das für die nicht... Ja, die rufen wir nie wieder an sondern das zeigt schon auch hey!

00:17:10: Die ist gebucht bei der geht was?

00:17:12: Die hat zu tun.

00:17:15: Wenn du gut connectet bist mit deinen Bestattungshäusern wenn sie deine Qualität schätzen, wenn die dich schätzen als Person, deine Professionalität dann Meldet dich da niemand irgendwie ab, dann schmeißen die deine Flyer nicht in ein Papierkorb.

00:17:30: Nur weil du zwei oder dreimal gesagt hast hey es ist hier gerade heiß sießen und es land unter.

00:17:35: ich bin im Moment nicht flexibel!

00:17:37: Die wissen warum die dich empfehlen?

00:17:40: Und dann gibt's da jetzt schon auch noch einen kleinen Pro-Tip der vielleicht was verändert.

00:17:48: Du darfst schon auch in Anführungszeichen drei sein.

00:17:52: Du darfest fragen Ist dieser Termin gesetzt steht der Fix oder gibt es da noch eine gewisse Flexibilität?

00:18:01: Weil wenn die dich wollen, auch wenn die Angehörigen dich wollen dann geht die Frage ganz oft zurück an die An gehörigen und die sagen dann ach nee, der Tag ist uns gar nicht so wichtig.

00:18:11: Uns wär's wichtiger dass die Rednerin passt.

00:18:15: wann wirds denn gehen?

00:18:17: Und schon haben wir wieder neue Möglichkeiten aufgemacht.

00:18:20: Das gilt eben auch für die klassischen Samstagsanfragen.

00:18:23: im Sommer wir da nicht können, dann heißt es nicht dass das Gespräch zu Ende sein muss sondern sowas zu sagen wie an diesem Termin kann ich nicht.

00:18:32: An diese Uhrzeit kann ich mich möglich machen aber ich mache euch gern was anderes möglich.

00:18:37: Dann ist es auch ein Zeichen von Professionalität und das bringt uns so'n bisschen zurück zum Ringkissentag.

00:18:49: Zum Tag der verheulten Manu im Auto weil für mich daraus tatsächlich ein ganz, ganz großes Learning geworden ist.

00:18:57: Wenn ich es zeitlich möglich machen kann, dass sich am Nachmittag eine Hochzeit habe und am Vormittag aber noch eine Trauerfeier unterbringe dann ist das für mich fein, aber was ich nicht mehr tue ohne Pause von einer Welt in die andere zu hüpfen?

00:19:13: Wenn ich um zehn TrauerFeier mache, dann kann ich mich vielleicht nicht mehr Umziehen kann ich nicht mehr heimfahren, kann nicht mehr durchschnaufen wenn die Trauung dann schon um zwei ist.

00:19:23: Dann muss sich instant von der einen Welt in die andere hüpfen und das fordert mich einfach zu sehr habe ich gemerkt!

00:19:32: Das ist anstrengend... Ich kann das, ich wuppt es, dass es gar kein Eck... Aber ich will es einfach nicht mehr.

00:19:38: Ich möchte meine Pufferzeiten!

00:19:41: Ich möchte heimfahren können, ich möchte mich umziehen, ich möcht was trinken vielleicht noch etwas essen?

00:19:47: Ich möchte innerlich umstellen können mit den Fuffalters und erst dann in die nächste Welt hüpfen.

00:19:55: So jetzt werde ich dir exakt das Gegenteil erzählen, wirst du dich vielleicht denken... Das gilt vor allen Dingen für den Switch zwischen Trauung und Trauerfeier, also der Zeremonie an und für sich.

00:20:13: Weil diese Woche zum Beispiel hatte ich einen zwölf Stunden-Auswärtstag.

00:20:21: Also ich hatte diese Woche einen Tag.

00:20:24: da hatte ich zwei Trauer feiern wie das von dem ich dir gerade geteacht habe, dass sich das nicht mehr machen will und so.

00:20:36: Aber... Und es ist der Unterschied!

00:20:39: Ich hatte diese Termine so gelegt, dass ich dazwischen drin noch genügend pro Vorzeit hatte für eine Pause – ne Stunde, anderthalb Stunden um mich in den Kaffee reinzusetzen oder im Restaurant Mittag zu essen, hab mein Laptop dabei, kann dann zwischendurch noch ein bisschen was arbeiten….

00:20:56: Dann ist es für mich auch völlig fein Und ich sage es dir, wie's ist für mich persönlich.

00:21:03: Mir ist es viel, viel lieber!

00:21:05: Ich hab dann einen Tag in der Woche, der so is', als jeden einzelnen Tag wegzumüssen.

00:21:12: Das ist für me logistisch schwieriger, das ist für mij energetisch schwierige... ...das macht mir auch meinen Workflow bei meinen Sachen zu Hause irgendwie kaputt.

00:21:22: Deswegen lieber gehe ich einen Tag komplett raus, hab Termine über Termine und dafür aber die anderen Tage der Woche mehr Luft.

00:21:32: Mehr Zeit!

00:21:33: Und einfach die Möglichkeit meine Sachen zu Hause machen.

00:21:37: Dann ist es für mich auch cool zu sagen hey ich habe jetzt eine Trauerfeier durch, ich fahre in den nächsten Ort, check mir ein Restaurant aus, esse da irgendwie Sushi Mittags, gönne mir noch einen Tee bevor ich dann zum nächsten Gespräch fahrene usw.

00:21:52: Deswegen... Ist das genügend Zeit und genügt Puffer?

00:21:58: Das ist halt der Unterschied.

00:22:01: Zwischen, ich mach' es nicht mehr so und ich mache's sehr, sehr bewusst!

00:22:09: Und ich möchte dass du dir da einfach auch ganz klar machst, dass es da keinen richtig-und kein falsch gibt.

00:22:15: Es kann sein, dass du irgendwelchen Leuten an so einem Arbeitstag erzählst und die zu gucken dich so völlig entgeistert an und sagen oh mein Lieblingssatz da is ja dann immer... Pass auf dich gut aus.

00:22:28: Ja, mach ich!

00:22:29: Es ist völlig fein.

00:22:30: Also du darfst für dich da einfach gucken was zu deinem Energiehaushalt, zu deinm Leben, zu deiner Alltag, zu seinem perfekten Workflow passt und das ist genau das worum es geht.

00:22:44: Das ist unser Maßstab und nicht irgendwas von irgendjemandem.

00:22:49: Das is der Kern.

00:22:51: Es ist immer ein Unterschied zwischen Ich könnte das theoretisch machen und ich möchte das.

00:22:57: Es ist völlig fein zu sagen, meine Hochzeitsamstage sind Hochzeit-Sammestage.

00:23:02: Ich brauche da meine Routine!

00:23:03: Ich will da früh aufstehen, ich will meine Sachen packen... ...ich will die Rede durchgehen, mich dann hübsch machen in den richtigen Hochzeitzmut kommen.

00:23:11: Und ich bin nicht gut damit wenn ich vorher noch mal irgendwie in die Trauerwelt muss.

00:23:17: Das ist völlig in Ordnung.

00:23:18: Das heißt nicht dass du es nicht könntest sondern dass du's nicht möchtest.

00:23:22: Und wir haben uns dieses Business selber ausgesucht.

00:23:24: Das ist doch kein nine to five angestellten Job, wo wir irgendeinen Task halt durchziehen müssen, weil es dazugehört und weil der Chef gesagt hat wie müssen das so?

00:23:33: Wir haben doch jede Freiheit dieser Welt!

00:23:36: Also dürfen wir uns das Ganze einfach auch so bauen, wie's uns glücklich macht.

00:23:41: Und auch das ist Realität.

00:23:45: eine Trauerfeier- und ne Hochzeit an einem Samstag zu machen bedeutet halt Zwei Rechnungen schreiben zu können und bei der Trauerfeier bedeutet das im Zweifelsfall, eine Rechnung mit einem Samstagszuschlag schreiben zu.

00:23:58: Was du nimmst einen Samstagszuschlag?

00:24:00: Er ist selbstverständlich nämlich nen Samstagszuschlag für Trauer.

00:24:04: feiern an Samstag!

00:24:06: Ey ich bin fünf Tage die Woche always on und verfügbar für jede Zeremonie dieser Welt Und dass Samstage keine regulären Werktages sind Das hat doch die ganze Gesellschaft verstanden.

00:24:19: Also, dass einfach Menschen Arbeitszeiten von Montag bis Freitag haben.

00:24:25: Das ist der Common Sense und wenn ich dann Teile meiner wertvollen freien Zeit für eine Zeremonie investiere, dann ist es doch auch völlig fein da einen entsprechenden Zuschlag zu verlangen wie das halt andere Branchen machen.

00:24:42: So!

00:24:43: Und jetzt kommt zum Schluss die Grätschenfrage Die Brache aller Frachen lohnt sich denn dieser Spagat?

00:24:54: Und für mich ist die Antwort definitiv ja.

00:24:58: Für mich lohnt es sich der Spagatz sehr wohl!

00:25:01: Ich bin in beiden Welten nach wie vor unglaublich glücklich, ich liebe diese Kombination.

00:25:06: Ich bin mit genauso viel Herzblut Trauriednerin als ich Trauerriednerin bin und ich liebe die Vielfalt dahinter und in beiden Wälden einfach mein Bestes geben zu können.

00:25:17: aber – und das ist auch wichtig Diese Erkenntnis und diese Klarheit, die habe ich mir auch einfach Stück für Stück gearbeitet.

00:25:24: Mit richtig, richtig übchem auf die Nase fallen mit so Ringkissen-Tagen nicht nur einmal!

00:25:31: Mit Terminen, die ich angenommen hab' und mich hätte annehmen sollen... ...mit Uhrzeiten, die Ich durcheinander gebracht habe und deswegen fast eins von beiden verbockt hätte.

00:25:42: vielleicht?

00:25:43: Habe ich dir ja in der Woopsie-Daisy Folge schon ein bisschen mehr dazu

00:25:47: erzählt?!

00:25:48: Aber ich habe immer auch neue Erkenntnisse und neuen Mut, und neue Schritte für mich selber daraus mitgenommen.

00:25:55: Und ich möchte dass du weißt nur weil der Kalender sagt das du was möglich machen könntest heißt es noch lange nicht dass du das tun musst und dass es dir gut tut.

00:26:05: Das ist eine Erkenntnis die nicht übernacht kommt.

00:26:07: Die müssen wir tatsächlich glaube ich alle einmal schmerzhaft spüren.

00:26:12: Einmal müssen wir sie schmerzig spülen.

00:26:14: Das zweite Mal muss sich das wiederholen damit wir es beim dritten mal dann schlauer sind.

00:26:18: Aber das ist essentiell, weil wir nur dann langfristig diese beiden Welten gut bedienen können so dass wir uns nicht drin verlieren und aufarbeiten.

00:26:30: Deswegen sei bitte immer ehrlich mit dir selber, bewerte deine Energie ganz ganz ehrlich, setz Prioritäten wenn es notwendig ist und sie bitte liebevolle Grenzen bevor der Job dich irgendwann auffrisst!

00:26:46: Und deswegen geht der innere Applaus der Woche heute Tatsächlich zum einen an Jenny für diese wunderbare Frage, die die Tür aufgemacht hat für diese Folge und dann an all diejenigen, die sich ihre eigenen Grenzen gesetzt haben.

00:26:59: Und die auch einhalten weil das ist wirklich, wirklich unglaublich wichtig!

00:27:22: dann schreib mir unbedingt bitte auf Insta, per E-Mail, per WhatsApp ganz egal wie.

00:27:28: Ich freue mich schon wahnsinnig auf die nächste Q&A Folge und in diesem Sinne bei dir mach wählen.

00:27:34: keine Kompromisse!

00:27:35: Deine Manu.

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